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Vom Kreuzzugsorden zum Versorgungsinstitut



Der Rundgang durch 800 Jahre Ordensgeschichte von den Anfängen als Hospitalbruderschaft in Palästina 1190 bis in seine Gegenwart als rein geistlicher Orden beginnt im Westflügel. eine Folge von Schautafeln gibt den Besuchern hier einen Einblick in die Entwicklung des Ordens im Mittelalter,in die Zeit der Kreuzzüge, in Blüte und Niedergang der Ordenslande Preißen und Livland. Modelle von Wehrbauten, insbesondere die Rekonstruktion der Burg Rehden im Kulmerland im Maßstab 1:50, erinnern an die bedeutenden architektonischen Leistungen des Ordens im Osten.

Den größten Abschnitt des Rundgangs - den Nord-, Ost- und Südflügel des zweiten Stockwerks - nimmt die Darstellung der für Mergentheim bedeutsamen Epoche von 1527 bis 1809 ein. In diesen nahezu drei Jahrhunderten diente das hiesige Schloß, dessen Vorgängerbau 1219 als Schenkung der Herren von Hohenlohe an den Deutschen Orden gelangt war, als Residenz der "Hoch- und Deutschmeister" dieses bedeutende geistlich-ritterlichen Adelsinstituts.

1190 als Feldhospital vor Akkon in Palästina während des dritten Kreuzzuges gegründet und 1198 in einen geistlichen Ritterorden zum Schutz der deutschen Pilger im Heiligen Land umgewandelt, war dem "Orden des Hospitals St. Marien vom Deutschen Hause", wie der offizeille Name lautet, nach der Säkularisation der Ordenslande Preußen 1525 und Livland 1561 nur noch sein territorialer Streubesitz im "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation" verblieben.

Abgesehen von seinem vorübergehenden militärischen Engagement bei der Abwehr der osmanischen Heere in den "Türkenkriegen" des 17. Jahrhunderts konzentrierte sich der Orden während seiner Mergentheimer Residenzzeit ganz auf die Verwaltung seiner Ländereien und Güter, Häuser und Hospitäler sowie Patronatskirchen. Er wuchs zunehmend in die Funktion einer Versorgungsanstalt für nachgeborene Söhne deutscher Adelsfamilien hinein, denen durch die Übertragung jeweils einer Kommende (Ordensniederlassung) eine standesgemäße Lebensführung ermöglicht wurde.

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