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Austellungen und Themen



Die jetzt fertiggestellte Ausstellung über den Deutschen Orden, die sich durch einen Rundgang erschließt, nimmt das gesamte zweite Obergeschoß des Schlosses ein. Miteinbezogen sind die Alte und Neue Fürstenwohnung. Letztgenannte konnte in Anlehnung an das Inventar von 1809 mit Möbeln aus der Zeit wieder herrschaftlich eingerichtet werden. Und zwar mit bereits vorhandenen und aus Ludwigsburg entliehenen Möbeln, Gemälden und Ausstattungsgegenständen bis hin zu gußeisernen Öfen. Die originale Einrichtung hatte König Friedrich I. von Württemberg einst konfiszieren lassen. Wiederhergestellt wurde hier die Raumfolge, die in früheren Zeiten zum Hochmeister führte: Hochmeistergalerie, Bilderzimmer, Vorzimmer, Audienzzimmer mit Thron und Schlafzimmer.

Drei Themenkreise werden im Rahmen der Darstellung der geschichtlichen Entwicklung des Ordens besonders angesprochen: Der Deutsche Orden im Mittelalter - von der Gründung im MItelmeerraum während der Kreuzzüge 1190 bis zur Blüte und zum Niedergang in Preußen und Livland bis ins 16. Jahrhundert hinein; Mergentheim als Zentrale des Ordens (1527 bis 1809), Rezeption und Erneuerung im 19. und 20. Jahrhundert.

Im Zentrum der Mittelalter- Abteilung steht das schon aufgrund seiner Ausmaße (40 Quadratmeter) beeindruckende tonnenschwere Modell der Burg Rehden (um 1320) im Kulmerland, das anhand von Rekonstruktionszeichungen aus dem 19. Jahrhundert angefertigt wurde. Die Burg ist ein exemplarisches Beispiel für die Backsteinbauten des 13. und 14. Jahrhunderts im Ordensland Preußen.

In den sich anschließenden Räumen der Alten Fürstenwohnung wird die Mergentheimer Zeit des Ordens von 1527 bis 1809 behandelt. Wie die zur Renaissanceresidenz ausgebaute Wasserburg um 1650 aussah, veranschaulicht ein weiteres Modell. ein Raum ist allein der Baugeschichte des Schlosses gewidmet. In den Rundgang einbezogen ist die Empore der Schloßkirche. Das Deckengemälde des Kirchenschiffs erinnert mit der herausgestellten Figur des Hl. Papst Clemens an den Namensheilinge des Hochmeisters und Kurfürsten Clemens August von Bayern, der den Bau der neuen Schloßkirche fortsetzen und 1735 vollenden ließ. Die Hochmeistergalerie gehört zu den wenigen originalen Ausstattungsgegenständen der ehemaligen Deutschordensresidenz. Beschlossen wird dieser Abschnitt durch zeugnisse aus der Epoche des Hochmeisters Max Franz und dem Niedergang des Ordens in den Rheinbundstaaten kurz nach 1800. Im historischen Kapitelsaal wurde die Sitzordnung von 1791 nachgestellt. In jenem Jahr fand eine der letzten Versammlungen des Generalkapitels im Deutschordensschloß statt.

Der dritte Themenschwerpunkt handelt von der Erneuerung des unter Napoleon aufgelösten Deutschen Ordens als katholischer "Deutscher Ritterorden", vom neuen Engagement im Sanitätsdienst durch die Marianer und von der Umwandlung in einen klerikal-geistlichen Orden in diesem Jahrhundert. Am Ende des Rundgangs wird auf das heutige karitative und seelsorgerische Wirken des Deutschen Ordens eingegangen. Im Bläserturm schließlich erhält der Besucher unter anderem Informationen über die Verwendung der Deutschordenssymbole außerhalb des Ordens.

Schon seit 1994 sind im ersten Obergeschoß die Abteilungen zugänglich, die sich mit der Geschichte der Stadt Mergentheim und der Region befassen. Ein wichtiger Bereich ist hier die Städtische Altertumssammlung, die auf den Freiherrn Carl Joseph von Adelsheim (1790 - 1804) zurückgeht. - Eine Attraktion für Besucher aus dem ganzen Land ist der 1988 vom Land erworbene und einst von der Stuttgarter Sammlerin Johanna Kurz zusammengetragene repräsentative Querschnitt von Puppenstuben, Puppenküchen und Kinderkaufläden aus der Zeit von 1820 bis 1920.

Zu erwähnen bleibt die beispielhafte Zusammenarbeit von Land, Landkreis, Stadt und Museumsverein in der Deutschordensmuseum Bad Mergentheim GmbH, die die Verwirklichung des ehrgeizigen Projekts erst ermöglicht hat.

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