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Ziel der Restaurierung des Schlosses war es, die Spuren der Vergangenheit
nicht zu verwischen. Dort, wo sich Veränderungen aus unterschiedlichen
historischen Phasen erhalten oder überlagert haben, lenken jetzt "Fenster in
die Geschichte" die Aufmerksamkeit des Betrachters auf interesante Zeugnisse
vergangener Epochen. Beispiel dafür sind die Gewölbeansätze des gothischen
Kapitelbaues oder die gothischen Fensterarkaden des ehemaligen Palais,
Renaissancemalereien im Bläserturmvorraum oder Dekormalereien mit
Blumenranken und Medaillons aus der Zeit um 1800 im zeiten Stockwerk des
Westfügels. Zwar wurde hier die gesamte Raumausmalung rekonstruiert als
"Fenster in die Geschichte" blieben aber zwei Ausschnitte im verblaßten
Originalzustand erhalten.
Künstlerische Details, wie Decken- und Wandmalereien sowie Stuckarbeiten,
sollten, so die Zielsetzung von Bauherr, Architekt und Denkmalpfleger, so
weit möglich in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten bleiben. Sie wurden
zwar gereinigt bzw. gefestigt, Stuckarbeiten aber nicht ergänzt und Gemälde
nicht farblich aufgefrischt. Überraschungen erlebten die Fachleute, als es
darum ging vier prächtige Stuckdecken in der "Alten Fürstenwohnung" im
Nordfügel des Schlosses zu restaurieren. Diese Stuckdecken, in der ersten
Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden, waren in den vergangenen 250 Jahren
immer wieder neu angestrichen worden. Bis zu 32 Farbschichten trugen die
Restauratoren ab. Zutage förderten sie schließlich figürliche Darstellungen,
zum Teil von außerordentlicher künstlerischer Qualität. So wurden
beispielsweise im Bacchussaal im Bereich der Deckenmedaillons Malereien aus
der antiken Mythologie freigelegt.
Bei handwerklichen Details wurden Rekonstruktionen nach historischen Vorbildern verwendet. Im Falle der erneuerungsbedürftigen Fenster stellte sich beispielsweise die Frage, ob die Renaissance- oder die Barockzeit als Richtschnur genommen werden sollte. Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten von Holzsprossenfenstern. Originale Vorbilder aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren, unbeeinträchtigt von Witterungseinflüssen, zwischen Choremporen und dem Chor der Schloßkirche erhalten geblieben. Aber auch mit Bleiruten verglaste Renaissancefenster hätten als Zeitzeugen für einen Nachbau zur Verfügung gestanden.
Da es bei der Innensanierung des vielschichtigen Gebäudekomplexes darum
ging, etwas von der verlorengegangenen Schloßatmosphäre wiederzugewinnen,
wurden moderne Gestaltungsmittel nur zurückhaltend eingesetzt. Aus
konstruktiven Gründen war eine Neugestaltung im "Roten Saal", dem nunmehr
verfügbaren Veranstaltungsbereich im ersten Stock des West- und Nordflügels,
notwendig.
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