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Im
Jahr 2004 feierte Würzburg sein 1300jähriges Jubiläum.
Am 1. Mai 704 wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt.
Dieter Schäfer nennt in seinem Buch "Geschichte Würzburgs"
allerdings auch ältere Quellen, einmal den Bericht eines Kosmographen
aus Ravenna im 5. Jahrhundert, der erstmals den Namen der
Stadt nennt und sie mit Aschaffenburg und Worms als Nordgrenze des
Römischen Reichs bezeichnet, zum anderen eine Karte des Frankenreichs
um 561, in der Würzburg als Stadt zwischen Thüringern,
Hessen, Bayern und Slawen eingezeichnet ist.
Die
Stadt ist natürlich nicht von heut' auf morgen entstanden.
Älteste Siedlungsspuren gibt es aus der mittleren Steinzeit,
etwa 8000 bis 6000 v. Chr. Gefunden wurden sie im Bereich
der Domerschulstraße und in Oberdürrbach.
Bereits
500 v. Chr. soll eine befestigte keltische Siedlung auf dem
Marienberg existiert haben, 689 wurden die irischen Missionare
Kilian, Kolonat und Totnan in Würzburg enthauptet.
Bonifatius
gründete 742 das Bistum Würzburg, um 1000 wurde
die erste Stadtmauer errichtet. Die erste Mainbrücke wurde
1120 bis 1133 erbaut und 1127 soll das erste Ritterturnier
Deutschlands hier stattgefunden haben (um den Bau zu forcieren?).
1147,
1188 und 1298 gab es Pogrome gegen die jüdische Gemeinde
in der Stadt.
Im
Jahr 1156 heiratete Kaiser Friedrich Barbarossa in Würzburg
Beatrix von Burgund. 1230 wurde Walther
von der Vogelweide im Lusamgärtlein, dem Kreuzgang des
Neumünsters, begraben.
Das
Bürgerspital, eine heute noch exisierende Einrichtung (und
eines der drei Weingüter der Spitzenklasse, die Würzburg
zu bieten hat), wurde 1319 gegründet.
Nach
einem erneuten Judenpogrom 1349 wurde "zur Sühne"
auf dem Platz der alten Synagoge die Marienkapelle erbaut. Die Stadt
gewann so eine bedeutende Freifläche im Innenbereich, die fortan
für den Markt genutzt werden konnte ...
Historisch
interessant ist auch das Verhältnis der Würzburger zu
ihren Bischöfen: 1354 belagerte Bischof Albrecht II.
die Stadt, 1397 errang die Stadt von König Wenzel für
kurze Zeit die Reichsfreiheit, 1400 besiegten bischöfliche
Truppen die städtischen in der Schlacht bei Bergtheim. 1525
verbündete sich die Stadt mit den aufständischen Bauern
unter Florian Geyer und unterlag abermals dem Bischof.
Weitere
Daten zur Stadtgeschichte:
1345:
Angeblich ältestes Kochbuch in Deutschland wird in Würzburg
durch Michael de Leone verfasst: Von guter Spise, Pergamenthandschrift
heute in der Münchner Universitätsbibliothek
1402: Gründung
der ersten Universität
1476:
Der
Pfeifer von Niklashausen (Hans Beheim) wurde
in Würzburg verbrannt.
1520:
Tilman
Riemenschneider wurde
zum Bürgermeister gewählt.
1560:
Vertreibung
der (letzten verbliebenen) Juden durch Bischof Friedrich von Wirsberg.
1576:
Das
Juliusspital, Nr. 2 der oben erwähnten Weingüter, wurde
durch Bischof Julius Echter gegründet. Der Grundstein wurde
auf dem enteigneten jüdischen Friedhof gelegt.
(Das dritte Weingut ist der Staatliche Hofkeller an der Residenz.)
1582:
Gründung
der heute noch existierenden Universität.
1587:
Die
Protestanten mußten die Stadt verlassen: Gegenreformation.
1617:
Erste
Hexenverbrennungen.
1631:
Kurzzeitig
wieder Protestanten in der Stadt: Die Schweden eroberten Stadt und
Festung und ließen im Dom evangelische Gottesdienste abhalten.
1720:
Grundsteinlegung
für die Residenz.
1748:
Baubeginn
des Käppele.
1796:
Die
Franzosen ziehen in Würzburg ein.
Erfindung der (Wein-)Schorle.
1803:
Würzburg
wird bayerisch, Juden und Protestanten dürfen wieder in die
Stadt.
1806-1814:
Großherzogtum
Würzburg unter Ferdinand von Toscana.
Dieser ließ u.a. ein Frauenzuchthaus im pseudo-ägyptischen
Stil erbauen, in dem heute das Jugendgästehaus untergebracht
ist.
1814:
Würzburg
wird endgültig bayerisch.
19.
Jh.: Industrie,
Wissenschaft und Kultur geben sich ein Stelldichein, z.B. Gründung
von König & Bauer (Druckmaschinen), Richard Wagner als
Chordirektor, Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen durch Wilhelm
Conrad Röntgen, ...
1842:
Erste
Dampfschiffe auf dem Main.
1854:
Erste
Bahnverbindung.
1913:
Das
erste Kino wurde eröffnet.
1922:
Erstes
Mozartfest.
1930:
Würzburg
wurde durch
die Eingemeindung von Heidingsfeld Großstadt.
23.3.1933:
Die
Nazis zwangen OB Hans Löffler zum Rücktritt.
9./10.11.1938:
Reichspogromnacht:
Auch in Würzburg starben mehrere jüdische Bürger,
die Synagogen in Heidingsfeld und der Würzburger Innenstadt
wurden in Brand gesetzt und zerstört.
Bei den in den folgenden Jahren durchgeführten Deportationen
verschwinden über 2000 unterfränkische Juden in den Konzentrationslagern.
1945:
Am
16. März wurde die Stadt durch britische Bomben zu über
80 % zerstört. Mehr als 5000 Menschen starben ...
1967:
Wiedereröffnung
des Doms.
1970er
Jahre: Eingemeindungen:
Rottenbauer 1974, Ober- und Unterdürrbach 1976, Lengfeld und
Versbach 1978.
(Nach
einem Bericht in der Main-Post)
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