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Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder

Stamm Walther von der Vogelweide

Würzburg und Estenfeld

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Stammeswappen Walther von der Vogelweide

Fueller

Astronomie-Tipps: Distanzen

 

Hier soll es nicht um Lichtjahre und Astronomische Einheiten gehen, sondern um die für unsere Zwecke wichtigen Distanzen Grad, Bogenminute und Bogensekunde.

Mit diesen Einheiten werden die scheinbaren Distanzen zwischen Himmelskörpern gemessen, während Lichtjahre bzw. Astronomische Einheiten für die tatsächlichen Entfernungen verwendet werden.

Wollen wir ein Sternbild bestimmen/finden oder mit Hilfe von Sternen eine Himmelsrichtung bestimmen, sind die tatsächlichen Entfernungen für uns unbedeutend, wichtig ist nur das Erscheinungsbild, wie wir es vor uns sehen. Die Sterne (und auch die Planeten) werden dazu auf eine fiktive Halbkugel projiziert, die wir von unserem Standpunkt aus betrachten: die Himmelssphäre. Das Ergebnis im zweidimensionalen Format kennen wir als Sternkarte (für eine dreidimensionale Vorstellung reichen unsere menschlichen Kapazitäten nicht aus, da unser räumliches Sehen beschränkt ist und Bezugspunkte braucht, ein Beispiel dazu wird unten erklärt).

Die von der Kartographie her bekannte 360°-Teilung gibt es auch auf der Himmelssphäre. 1 Winkelgrad (°) ist der 360. Teil des Vollkreises, 1° hat 60' (Bogenminuten) bzw. 3600'' (Bogensekunden). Streckt man den Arm aus, bedeckt der Zeigefinger etwa 1°, die Faust etwa 10° und die gespreizte Hand etwa 20° (vergleicht das mal mit euren Körpermaßen im Logbuch!). Auch das Sternbild Großer Wagen hilft uns bei der groben Bestimmung der Winkeldistanzen:

Großer Wagen, Teil des Großen Bären, Ursa Maior

Die Länge der "Bodenfläche" von Merak bis Phachd beträgt etwa 8°, die Länge des "Dachs" von Dubhe bis Megrez etwa 10°. Von Merak bis Dubhe ist der Kasten etwa 5° hoch, von Phachd bis Megrez 4½°. Von Benetnasch (η Ursa Major) bis Dubhe (α Ursa Major) erstreckt sich das Sternbild über etwa 25° und von Alioth bis Dubhe sind es ca. 15° (Erläuterungen zu den griechischen Buchstaben).

Auch der Mond gibt uns einen Anhaltspunkt: Die volle Scheibe hat einen Durchmesser von etwa 0,5 °. Dabei muß aber beachtet werden, dass dies nur dann eine Hilfe für uns ist, wenn der Mond weit über dem Horizont steht. Steht er zu dicht am Horizont, täuscht sich unser Gehirn: Die Mondscheibe, die gleich groß ist wie hoch über dem Horizont, wird in unserem Kopf vergrößert. Grund dafür sind Bezugsobjekte in Horizontnähe, die unser Gehirn mit dem Abbild des Mondes in Beziehung setzt und so eine falsche Größe vortäuscht. Steht der Mond hoch über uns, fallen diese Bezugsobjekte weg und der Mond wird korrekt dargestellt. Und wer es nicht glaubt: Macht einmal ein Foto vom tollen Mondaufgang über euren Zelten ...

 

 

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Stand: Sonntag, 02.01.2005 13:46