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Hier
soll es nicht um Lichtjahre und Astronomische Einheiten gehen, sondern
um die für unsere Zwecke wichtigen Distanzen Grad, Bogenminute
und Bogensekunde.
Mit
diesen Einheiten werden die scheinbaren Distanzen zwischen
Himmelskörpern gemessen, während Lichtjahre bzw. Astronomische
Einheiten für die tatsächlichen Entfernungen verwendet
werden.
Wollen
wir ein Sternbild bestimmen/finden oder mit Hilfe von Sternen eine
Himmelsrichtung bestimmen, sind die tatsächlichen Entfernungen
für uns unbedeutend, wichtig ist nur das Erscheinungsbild,
wie wir es vor uns sehen. Die Sterne (und auch die Planeten) werden
dazu auf eine fiktive Halbkugel projiziert, die wir von unserem
Standpunkt aus betrachten: die Himmelssphäre. Das Ergebnis
im zweidimensionalen Format kennen wir als Sternkarte (für
eine dreidimensionale Vorstellung reichen unsere menschlichen Kapazitäten
nicht aus, da unser räumliches Sehen beschränkt ist und
Bezugspunkte braucht, ein Beispiel dazu wird unten
erklärt).
Die
von der Kartographie her bekannte 360°-Teilung gibt es auch
auf der Himmelssphäre. 1 Winkelgrad (°) ist der 360. Teil
des Vollkreises, 1° hat 60' (Bogenminuten) bzw. 3600'' (Bogensekunden).
Streckt man den Arm aus, bedeckt der Zeigefinger etwa 1°, die
Faust etwa 10° und die gespreizte Hand etwa 20° (vergleicht
das mal mit euren Körpermaßen im Logbuch!). Auch das
Sternbild Großer Wagen hilft
uns bei der groben Bestimmung der Winkeldistanzen:

Die
Länge der "Bodenfläche" von Merak bis Phachd
beträgt etwa 8°, die Länge des "Dachs" von
Dubhe bis Megrez etwa 10°. Von Merak bis Dubhe ist der Kasten
etwa 5° hoch, von Phachd bis Megrez 4½°. Von Benetnasch
(η Ursa Major) bis Dubhe (α Ursa Major) erstreckt
sich das Sternbild über etwa 25° und von Alioth bis Dubhe
sind es ca. 15° (Erläuterungen
zu den griechischen Buchstaben).
Auch
der Mond gibt uns einen Anhaltspunkt: Die volle Scheibe hat
einen Durchmesser von etwa 0,5 °. Dabei muß aber beachtet
werden, dass dies nur dann eine Hilfe für uns ist, wenn der
Mond weit über dem Horizont steht. Steht er zu dicht am Horizont,
täuscht sich unser Gehirn: Die Mondscheibe, die gleich groß
ist wie hoch über dem Horizont, wird in unserem Kopf vergrößert.
Grund dafür sind Bezugsobjekte in Horizontnähe, die unser
Gehirn mit dem Abbild des Mondes in Beziehung setzt und so eine
falsche Größe vortäuscht. Steht der Mond hoch über
uns, fallen diese Bezugsobjekte weg und der Mond wird korrekt dargestellt.
Und wer es nicht glaubt: Macht einmal ein Foto vom tollen Mondaufgang
über euren Zelten ...
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