Das
Wort "Tschai" stammt aus dem russischen und türkischen Sprachraum
und heißt schlicht "Tee". Bei den Pfadfindern ist daraus ein
beliebtes Getränk mit unterschiedlichen Rezepturen geworden.
Diese Beschreibung stand in einem alten CP-Kalender:
"Wenn
wir aber dieses Zauberwort hören, dann denken wir an Feier,
Kuchen, Feuer und Singen. Rezepte sind überall verschieden und
streng geheim. Aus lauter Nächstenliebe plaudere ich mein Grundrezept
aus:
Gleich, wenn ich das Wasser im Hordentopf aufsetze, schneide ich ein
bis zwei Äpfel hinein. Sie sollen ordentlich auskochen und das Wasser
weich und schaumig schmecken lassen. Der folgende Zusatz besteht aus
nicht mehr als ein bis zwei Gewürzen und Kräutern, wo vorhanden.
Hier entscheidet sich, wer Kenner werden und wer ewig Dilettant bleiben
wird.
Dann kommt Tee hinein, rabenschwarz wie meine Seele. Natürlich
nehme ich nun den Topf vom Feuer, und schmecke mit Zucker, viel Zucker,
und einer Flasche Rotwein ab.
Zu
beachten:
Erstens Rotwein: Zuviel macht aus dem ganzen Zeug einen mißglückten
Punsch. Aber wenn er völlig fehlt, kannst du dein Werk bestenfalls
als Obstsuppe oder Hermann-Löns-Gedächtnistee bezeichnen.
Zweitens Seltenheit: Wie alles Gute soll auch der Tschai etwas
Außergewöhnliches bei uns bleiben. Er fordert sein strenges
Zeremoniell wie in Japan etwa der Tee und dient nicht dazu, den Kuchen
hinunterzuspülen.
Drittens: Wenn der Bund jetzt Tschai und dazu noch nach diesem
Rezept kocht, entziehen wir euch die Lizenz und brüten ein neues
aus. Entweder etwas Eigenes oder gar nichts!
(Vom Tschai hängt aber die gute Gruppe nicht ab, und gegen einen
guten Waldläufertee habe ich hiermit auch nichts gesagt.)"
In unserem
Stamm bevorzugen wir die alk-freie Version:
1 l O-Saft, 1 l Traubensaft und 2-3 l schwarzer Tee werden sorgfältig
titriert. Nach dem Schrumpfen des Volumens auf 98,5 % wird selbstgepflückter
Honig scheibenweise untergelegt und sorgsam gerührt (nicht
geschüttelt!). Nach dem Einwurf von Haselnüssen (etwa
98 % der Oberfläche sollen bedeckt sein) wird in dieser Reihenfolge
weiterverfahren:
1.
Entsprechend obiger Menge werden 10 Äpfel in Stücke von etwa
3,5 cm³ zerkleinert.
2.
6 Orangen werden behutsam geschält, vorsichtig entkernt und
in Stücke von 4,5 cm³ gehobelt.
(Diese
Tätigkeiten sollten von maximal zwei Pfadis verrichtet werden,
damit nach nahrungsaufnahmebedingter Reduktion genügend Teile
für den Tschai verbleiben.)
3.
Zusammen mit einer Zimtstange, dem Inneren einer Vanilleschote sowie
pro Hordentopf 5 Beutel Glühweingewürz
werden obige Zutaten unter den flüssigen Teil gemischt.
Fertig! Zum gefahrlosen Verzehr von Tschai empfehlen wir die Pambotscha!
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