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Wenn die Rechtschreibkenntnisse bei einem Germanistikprofessor getestet werden, der noch obendrein Mitglied des Internationalen Arbeitskreises für Orthographie ist, - dann muß es sich um ein besonders schwieriges Diktat handeln.

In der Fernsehsendung "Brisant", Bayern 3, zum Thema Rechtschreibreform, am 23. Oktober 1996, wurde Professor Munske der folgende Text diktiert.

Das Ergebnis zuerst: Der Professor hatte im Diktat 4 Fehler, Note 2+.

"BRISANT": RECHTSCHREIBREFORM

Dass nun irgendjemand - ob Groß oder Klein, Jung oder Alt oder schon jenseits von gut und böse - mit der neuen Orthografie aufs Höchste glücklich wäre, wagen manche Tollpatsche immer noch zu bezweifeln. Sie behaupten großschnäuzig, wir sähen rauen Zeiten entgegen und das aufwändige Projekt sei im Großen und Ganzen bloßer Zierrat, ja kein Quäntchen besser als ein Stofffetzen.

Schon der Gedanke, statt sonntagabends Rad zu fahren, bei der Trennung 4-silbiger Wörter im Dunkeln zu tappen und sich aus Verzweiflung den Bauch mit Schikoree und Tunfisch mit Ketschup voll zu schlagen, sei Furcht erregend. Dann schon lieber im Bett liegen bleiben! So viel zu diesen potenziellen Miesmachern mit ihren vorgefassten Meinungen. -

Überschwänglich wurde das Reformwerk mit seinen aberhunderten nummerierter Paragrafen hingegen von Grafologen aufgenommen. In ihrem Kommunikee zu Gunsten der neuen Regeln werden sämtliche Fassetten beleuchtet und alle substanziellen Aspekte sorgfältig aneinander gefügt.

Bleibt nur zu hoffen, dass die beiden gegensätzlichen Parteien doch noch zueinander finden. In Bezug auf die deutsche (Rechtschreib-) Einheit wäre es doch das Beste, wenn wir mit dem nun mal Beschlossenen vorlieb nähmen, uns nicht Bange machen ließen und den Reformern nicht gram wären. Pleite gehen werden wir durch die Reform im Übrigen nicht!

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