| PRESSEMITTEILUNG | Bonn, den 01.07.1996 |
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Präsident der Kultusministerkonferenz
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Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Minister Karl-Heinz Reck, hat die Unterzeichnung der Gemeinsamen Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung durch Vertreter aus den deutschsprachigen Staaten und Gemeinschaften am 01. Juli 1996 in Wien als "wichtiges, vielleicht sogar historisches Datum für die deutsche Sprachgemeinschaft" gewürdigt. Die gemeinsame Unterzeichnung der Absichtserklärung durch Vertreter aus dem deutschsprachigen Raum dokumentiere auch die Rolle und den Umfang des deutschen Sprachraums in Europa und unterstreiche die Bedeutung der deutschen Sprache in der Europäischen Union. Vertreter aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Liechtenstein, der Autonomen Provinz Bozen/Südtirol der Republik Italien, aus Ungarn und Rumänien haben durch die Unterzeichnung das international abgestimmte Regelwerk zustimmend zur Kenntnis genommen und ihre Absicht erklärt, sich für seine Umgebung einzusetzen. Der gemeinsame Zeitplan sieht vor, daß die Neuregelung der Rechtschreibung am 01.08.1998 wirksam und in einer Uebergangszeit bis zum 31.07.2005 umgesetzt wird. In der "Wiener Absichtserklärung" ist außerdem die Bildung einer Kommission für die deutsche Rechtschreibung vorgesehen, in die Deutschland, Österreich und die Schweiz Experten entsenden. Aufgabe dieser Kommission soll es sein, auf die Wahrung einer einheitlichen Rechtschreibung im deutschen Sprachraum hinzuwirken, die Einführung der Neuregelung zu begleiten, die künftige Sprachentwicklung zu beobachten und - soweit erforderlich - Vorschläge zur Anpassung des Regelwerks zu erarbeiten. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, der bei der Unterzeichnung die Länder der Bundesrepublik Deutschland vertrat, betonte, daß das Ziel der Neuregelung sei, "durch eine teilweise Bereinigung der Regeln zu einer Vereinfachung der Schreibweise beizutragen und im Laufe der Zeit entstandene Ungereimtheiten zu beseitigen". In diesem Sinne stelle das neue Regelwerk keine umfassende Reform der deutschen Rechtschreibung dar, sondern eine teilweise Neuregelung. Es beseitige in erster Linie eine Vielzahl von Ausnahmen und Sonderregelungen. Die Kultusministerkonferenz sei der Auffassung, daß durch die Neuregelung das Schreiben und das Erlernen des richtigen Schreibens erleichtert und damit die Sicherheit der Sprachbeherrschung in Schule und Alltag gesteigert werde. "Ich danke allen Beteiligten", so der Präsident der Kultusministerkonferenz abschließend in Wien, "den Regierungen und Institutionen, den engagierten Wissenschaftlern und der Presse, die uns kritisch begleitet hat. Ich hoffe, daß unser gemeinsames Werk breit akzeptiert wird, und uns allen in der deutschen Sprachgemeinschaft das Schreiben erleichtert, ohne der großen kulturellen Tradition unserer gemeinsamen Sprache Abbruch zu tun, sondern sie im Gegenteil sichert und stärkt." | |
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