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27/96 01.07.1996
dpa - Dienst für Kulturpolitik
NEUE RECHTSCHREIBUNG: DIE KLEINEN SOLLEN BEGINNEN
BONN (dpa) - In acht von 16 Bundesländern werden die Erstkläßler bereits nach den Sommerferien das Schreiben nach den neuen Regeln erlernen - zwei Jahre vor dem vereinbarten offiziellen Start. Bayern und Bremen wollen darüber hinaus auch den jetzigen Abschlußklassen die neuen Regeln noch mit auf den Weg ins Arbeitsleben oder Studium geben, lautet das Ergebnis einer dpa-Umfrage. Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen begründen eine vorgezogene Einführung an den Grundschulen damit, daß sie den Kindern das Umlernen nach ein oder zwei Schuljahren ersparen wollten. Allerdings muß in den meisten Ländern die Schulkonferenz mit Lehrern und Eltern ihr Einverständnis geben. Einige andere Länder prüfen noch einen vorgezogenen Start.
Die Umfrageergebnisse im einzelnen:
Die vorläufige* Umsetzung der Neuregelung der
deutschen Rechtschreibung in den 16 Bundesländern
*Stand: 01.07.1996
BADEN-WÜRTTEMBERG: Die Erstkläßler lernen schon direkt ab dem Schuljahr 1996/97 nach den neuen Regeln. Eine vorgezogene
Einführung wird auch den weiterführenden Schulen freigestellt,
sofern Schulkonferenz und Elternbeirat zustimmen.
BAYERN: Reformstart für die Erstkläßler ist das neue
Schuljahr. Auch die nächsten beiden Abschlußjahrgänge sollen
ab sofort mit den neuen Regeln vertraut gemacht werden. Bei
den anderen Schülern liegt der Zeitpunkt der Einführung im
Ermessen der Schule.
BERLIN: Vom kommenden Schuljahr an sollen ausgewählte Schulen mit der Umsetzung beginnen. Das Berliner Institut für Lehrerbildung wird in öffentlichen Veranstaltungen bei Lehrern und Eltern für die Neuregelung werben.
BRANDENBURG: Ab dem Schuljahr 1997/98 kann nach den neuen Regeln unterrichtet werden, sofern die Schulkonferenz zustimmt. Allerdings soll dann der gesamte Unterricht umgestellt werden, nicht nur in den einzelnen Jahrgängen.
BREMEN: Angestrebt wird vor allem eine vorgezogene Unterrichtung der Abschlußjahrgänge 1997 und 1998. Eine gemeinsame Konferenz zu Beginn des neuen Schuljahres soll auch Regelungen für die vorzeitige Einführung in den Klassen eins bis fünf festlegen.
HAMBURG: Gestartet wird erst zum offiziellen Termin 1. August 1998. Eine vorgezogene Unterrichtung der Erstkläßler ab 1997 wird noch geprüft.
HESSEN: Hessen will zum 1. August 1997 starten. Ab Mai 1997 soll es spezielle Kurse für die Abschlußklassen geben.
MECKLENBURG-VORPOMMERN: Das Ministerium ist gegen einen "Schnellschuß" bei der Einführung, will aber vielleicht 1997 an den Grundschulen starten.
NIEDERSACHSEN: Ab dem Schuljahr 1996/97 lernen die Erstkläßler nach den neuen Regeln. Den anderen Schulen ist es freigestellt, auch schon vor dem 1. August 1998 die neue Schreibweise anzuwenden.
NORDRHEIN-WESTFALEN: Schulen, deren Lehrer die neuen Regeln beherrschen, will man eine vorzeitige Anwendung freistellen. Besonders die Grundschulen werden zu einem baldigen Beginn ermuntert.
RHEINLAND-PFALZ: Nach Entscheidung der Schulkonferenz können
besonders Grundschulen schon ab dem jetzt beginnenden Schuljahr die
neue Schreibweise einführen. Auch anderen Schulen
steht das frei.
SAARLAND: Überlegt wird, Erstkläßler bereits ab dem neuen Schuljahr nach den neuen Regeln zu unterrichten.
SACHSEN: Für die Erstkläßler geht es jetzt los. Ab 1997 sollen schrittweise auch die anderen Schulen folgen.
SCHLESWIG-HOLSTEIN: Gestartet werden soll erst zum offiziellen Termin der Reform am 1. August 1998.
THÜRINGEN: Für die Erstkläßler soll es sofort losgehen. Ihnen werden am ersten Schultag Lesefibeln mit der alten Orthographie geschenkt. Die Kleinen sollen Änderungen dann eigenhändig eintragen. Die Lehrer haben sich nach Auskunft des Ministeriums bereits in den neuen Regeln fortgebildet.
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