Fachlehrplan für Mathematik an bayerischen Gymnasien KWMBl So.-Nr. 8/1991 |
Leistungskurs | (6) | |
Jahrgangsstufe 13 | ||
Infinitesimalrechnung | (ca. 45 Std.) | |
5 Integration durch Substitution; partielle Integration | (ca. 18 Std.) | ||
Mit der Integration durch Substitution sowie der partiellen Integration lernen die Schüler zwei Verfahren kennen, mit deren Hilfe sie nun viel mehr Funktionen integrieren können als bisher. Der Aspekt der Integration als Umkehrung der Differentiation wird hierbei nochmals besonders deutlich. Die Schüler sollen ausreichende Geläufigkeit in der Handhabung dieser Verfahren erlangen. | |||
| - | Integration durch Substitution |
Begründung mit Hilfe der Kettenregel | |
| - | partielle Integration |
Begründung mit Hilfe der Produktregel | |
6 Uneigentliche Integrale | (ca. 7 Std.) | ||
Uneigentliche Integrale spielen in der Mathematik und in naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen eine bedeutende Rolle. Deshalb sollen die Schüler lernen, uneigentliche Integrale zu erkennen, mit geeigneten Methoden auszuwerten und entsprechende Beispiele, etwa aus der Physik, zu behandeln. | |||
| - | uneigentliche Integrale: |
Definition und Auswertung | |
7 Die Umkehrfunktionen der trigonometrischen Funktionen | (ca. 20 Std.) | ||
Die in Naturwissenschaft und Technik wichtigen trigonometrischen Funktionen sind bereits aus dem Mittelstufenunterricht bekannt. Sie sind bei geeigneter Einschränkung ihrer Definitionsmenge umkehrbar. Ihre Umkehrfunktionen, die Arcusfunktionen, erweisen sich sowohl bei der Winkelberechnung wie beim Integrieren als nützlich. | |||
| - | die Funktionen arcsin, arccos, arctan und ihre Eigenschaften |
Definitionsmenge, Wertemenge, Graph, Symmetrie, Monotonie | |
| - | Ableitung der Arcusfunktionen |
Herleitung über die Ableitung der Umkehrfunktionen, Verhalten am Rand der Definitionsmenge; | |
| - | Aufgaben und Anwendungen |
Kurvendiskussionen, insbesondere bei Verknüpfungen von Arcusfunktionen mit anderen Funktionen; | |
Wahrscheinlichkeitsrechnung/Statistik | (ca. 62 Std.) | ||
7 Bernoulli-Kette und Binomialverteilung | (ca. 14 Std.) | ||
Die Bernoulli-Kette, der einfachste Typ eines mehrstufigen Zufallsexperiments, liefert ein aussagekräftiges und gut verständliches Modell für viele Vorgänge, z. B. in der Wirtschaft und im Gesundheitsbereich. Die Untersuchung von Bernoulli-Ketten führt zu binomialverteilten Zufallsgrößen, bei deren Behandlung die Schüler ihre bisherigen Kenntnisse aus der Stochastik anwenden und vertiefen können. | |||
| - | Bernoulli-Experiment, |
Verwenden von Urnenmodell und Baumdiagrammen; | |
| - | Binomialverteilung, |
| |
| - | Aufgaben und Anwendungen |
( | |
8 Tschebyschow-Ungleichung; Gesetz der großen Zahlen | (ca. 8 Std.) | ||
Die Tschebyschow-Ungleichung erlaubt allein aus der Kenntnis von Erwartungswert und Varianz einer Zufallsgröße eine Abschätzung der Wahrscheinlichkeit, mit der eine bestimmte Abweichung vom Erwartungswert nicht überschritten wird. Weiter lässt sich aus ihr das schwache Gesetz der großen Zahlen ableiten. Die Schüler sollen erkennen, dass damit die empirisch bereits festgestellte Stabilisierung der relativen Häufigkeit mathematisch präzisiert wird und die Verwendung relativer Häufigkeiten als Wahrscheinlichkeiten gerechtfertigt ist. | |||
| - | Tschebyschow-Ungleichung |
allgemeine Herleitung aus der Varianz, Spezialisierung auf die Binomialverteilung
P. L. Tschebyschow (1821 - 1894)
( | |
| - | Gesetze der großen Zahlen |
Folgerung des schwachen Gesetzes aus der Tschebyschow-Ungleichung;
Hinweis auf das starke Gesetz
Jakob Bernoulli (1655 - 1705)
( | |
9 Näherungen für die Binomialverteilung, die Normalverteilung | (ca. 8 Std.) | ||
Die Untersuchung von Binomialverteilungen B(n;p) zu festem Parameter p bei wachsendem n führt über den lokalen und den integralen Grenzwertsatz zur Approximation der Binomialverteilung durch die Normalverteilung. In diesem Zusammenhang werden auch Kenntnisse aus der Infinitesimalrechnung eingesetzt. Mit der Normalverteilung eröffnet sich den Schülern ein weites Feld von Anwendungen in Naturwissenschaft und Technik, in der Wirtschaft und den Sozialwissenschaften. | |||
| - | lokaler Grenzwertsatz, |
Zur Darlegung der Beweisidee wird die standardisierte Dichtefunktion der Binomialverteilung eingeführt. | |
| - | Normalverteilung |
in erster Linie als Näherung der Binomialverteilung; | |
| - | zentraler Grenzwertsatz |
Hinweis auf Aussage und Bedeutung | |
| - | Aufgaben und Anwendungen |
( | |
10 Testen von Hypothesen | (ca. 22 Std.) | ||
Beim Testen einer Hypothese wird eine Vermutung oder eine Behauptung über die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses mit Hilfe eines geeigneten Testverfahrens angenommen oder abgelehnt. In beiden Fällen ist die Entscheidung mit einer gewissen Irrtumswahrscheinlichkeit behaftet. Die Schüler sollen diese Problematik verstehen ( | |||
| - | Testen von Hypothesen |
Alternativtest, Signifikanztest; | |
| - | Operationscharakteristik eines Ereignisses |
sorgfältige Begriffsbildung; | |
| - | Aufgaben und Anwendungen |
( | |
Analytische Geometrie | (ca. 33 Std.) | ||
6 Skalarprodukt von Vektoren; | (ca. 15 Std.) | ||
Mit den Vektorraumaxiomen allein lässt sich noch keine Längen- und Winkelmessung begründen. Dazu bedarf es einer zusätzlichen Struktur, die durch das Skalarprodukt erzeugt wird. Die Schüler sollen verstehen, dass Länge und Winkel relative Begriffe sind, die von der Wahl des Skalarprodukts abhängen. Im Anschauungsraum sollen sie Längen und Winkel sicher berechnen können und an einigen Beispielen den Zusammenhang mit der Elementargeometrie erkennen. | |||
| - | Skalarprodukt zweier Vektoren eines reellen Vektorraums; |
Axiome des Skalarprodukts; | |
| - | Längen- und Winkelberechnungen |
Betrag eines Vektors, Winkel zweier Vektoren; | |
7 Vektorprodukt | (ca. 6 Std.) | ||
Das Vektorprodukt ist eine Rechenoperation im | |||
| - | Vektorprodukt im |
Definition, Eigenschaften | |
| - | Anwendungen |
Normalenvektor einer Ebene; | |
8 Normalenformen von Geraden- bzw. Ebenengleichungen, | (ca. 12 Std.) | ||
Die Schüler sollen verstehen, dass man die Koordinatenform von Geraden- und Ebenengleichungen mit Hilfe des Skalarprodukts als Normalenform auffassen kann. Sie sollen weiter die Bedeutung der Hesseschen Normalenform einsehen und Sicherheit in ihrer Anwendung bei Abstandsproblemen gewinnen. | |||
| - | Normalenvektor einer Geraden bzw. einer Ebene;
Geraden- und Ebenengleichungen in Normalenform |
orthogonale Geraden und Ebenen; | |
| - | Hessesche Normalenform; |
Abstand eines Punktes von einer Geraden bzw. von einer Ebene; | |
![]() | ![]() | ![]() | |