Fachlehrplan für Mathematik an bayerischen Gymnasien     KWMBl So.-Nr. 8/1991

 

Vorbemerkungen

Die Fachlehrpläne bilden die vierte Ebene des Lehrplans für das bayerische Gymnasium (KWMBl I 1990 So.-Nr. 3 S. 125 ff.). Sie enthalten eine ausführliche Darstellung der Ziele und Inhalte des Fachunterrichts.

Für jeden Lehrplanabschnitt werden zunächst Ziele beschrieben. Die Beschreibung dieser Ziele soll jeweils deutlich machen, auf welche Art von Entwicklungsprozessen es im Unterricht bei den Schülern ankommt. Bei diesen Prozessen lassen sich vier didaktische Schwerpunkte (a. a. O., S. 138, Ziff. 19) unterscheiden, die für schulisches Lernen im Hinblick auf die personale Entwicklung der Schüler bedeutsam sind: (1.) Wissen, (2.) Können und Anwenden, (3.) Produktives Denken und Gestalten, (4.) Wertorientierung. Diese didaktischen Schwerpunkte stehen in einem inneren Zusammenhang, doch hat jeder seinen eigenen Charakter, der in der Zielformulierung zum Ausdruck kommt.

Danach kommen die Inhalte; sie werden in zwei Spalten dargestellt, in der linken aus der Sicht des Faches (vor allem Begriffe, Fakten, Themenbereiche, Daten), in der rechten aus der Sicht des Lehrens und Lernens (vor allem Denkweisen, Prozesse, Wertvorstellungen, daneben auch stoffliche Präzisierungen).

Die Reihenfolge, in der die Ziele und Inhalte angeordnet sind, ist nicht verbindlich; sie stellt eine Empfehlung dar und kann innerhalb einer Jahrgangsstufe vom Fachlehrer nach eigenem fachlichem und pädagogischem Ermessen abgeändert werden.

Intensives Einüben des Lehrstoffs und häufiges Wiederholen sind im Mathematikunterricht für das Erreichen der Lernziele unverzichtbar.

Hinweise auf Querbezüge zu anderen Fächern und auf fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgaben erfolgen mit Hilfe der Abkürzungen * (nach den Vorbemerkungen), die auch in den Rahmenplänen verwendet werden. Sie sind näher erläutert, wo sie nicht ohne weiteres verständlich sind.

Alle Aussagen im Lehrplan sind Teil der verbindlichen Vorgaben für den Unterricht, der den Schülern zugedacht ist. Ausführungen, die nur Anregungen oder Beispiele geben sollen, sind durch den Sprachgebrauch als solche gekennzeichnet.

Die als Zeitrichtwerte genannten Stundenzahlen geben einen Hinweis für die Unterrichtsplanung, sind aber nicht verbindlich.

Für das Erreichen der Ziele des Fachunterrichts (Darbietung und Erarbeitung des Lehrstoffs, Einübung, Wiederholung, Beobachtung des Lernfortschritts und mündliche Leistungsnachweise) rechnet der Lehrplan bei einem einstündigen Fach mit 28 Unterrichtsstunden im Schuljahr, bei einem mehrstündigen mit einem entsprechenden Vielfachen. Von den darüber hinaus verfügbaren Stunden wird in den Schulaufgabenfächern ein Teil für die Durchführung der Schulaufgaben benötigt; in den übrigen Stunden ist der pädagogische Freiraum (a. a. O., S. 138, Ziff. 20) enthalten.

Der Taschenrechner ist nach Anlage 9 GSO ab Jahrgangsstufe 9 als Hilfsmittel in schriftlichen Prüfungen zugelassen. Selbstverständlich schließt das nicht aus, dass er schon früher bei sich bietender Gelegenheit im Unterricht verwendet wird. Ebenso wird man im Interesse eines zeitgemäßen Mathematikunterrichts auch den Computer an geeigneten Stellen einsetzen.

Die Fortschritte der Mathematik beruhen immer wieder auf persönlichen Leistungen einzelner Mathematiker. Persönlichkeiten, die für die Entwicklung der Mathematik wichtig waren, werden deshalb mit Namen und Lebensdaten angegeben. Die Jahreszahlen gehören nicht zum verpflichtenden Lernstoff, sondern sind Anhaltspunkte, die eine Einordnung der genannten Persönlichkeiten in die einzelnen Epochen der Geschichte erlauben. Das geschichtliche Grundwissen, wie es im Fachlehrplan Geschichte ausgewiesen ist, dient hier als geeigneter Bezugsrahmen.

Am Mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium besteht in den Jahrgangsstufen 9, 10 und 11 jeweils Wahlpflicht für eines der folgenden Angebote:
 

Jahrgangsstufe 9: - Darstellende Geometrie
  - Informatik (Grundlagen)
   
Jahrgangsstufe 10: - Kegelschnitte
  - Informatik (Grundlagen) bzw. Informatik (Fortführung)
   
Jahrgangsstufe 11: - Komplexe Zahlen (Grundlagen) und Komplexe Zahlen (Abbildungen)
  - Sphärische Trigonometrie (Grundlagen) und
    Sphärische Trigonometrie (Anwendungen auf die Erd- und Himmelskugel)
  - Komplexe Zahlen (Grundlagen) und Sphärische Trigonometrie (Grundlagen)

In Jahrgangsstufe 13 gibt es im Grundkurs die Lehrplanalternative Mathematik (Informatik). Der Besuch dieses Kurses setzt ausreichende Kenntnisse in Informatik voraus.

 

 
* Abkürzungen
 
Fächer:Fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgaben:
 
BBiologieBOBerufliche Orientierung
CChemieDSPflege der deutschen Sprache
DDeutschDW"Dritte Welt"
EEnglischEUEuropa
EkErdkundeFAFamilien- und Sexualerziehung
EthEthikFRFriedenserziehung
EvEv. ReligionslehreFZFreizeiterziehung
FFranzösischGEGesundheitserziehung
FsFremdsprachenITGInformationstechnische Grundbildung
mFsmoderne FremdsprachenMBMusische Bildung
GGeschichteMEMedienerziehung
GrGriechischMTMensch und Technik
HwHauswirtschaftPPolitische Bildung
ItItalienischUUmwelterziehung
KKath. ReligionslehreVVerkehrserziehung
KuKunsterziehungWWeltbild - Weltdeutung
LLatein  
MMathematik  
MuMusik  
NwNaturwissenschaften  
PhPhysik  
RuRussisch  
RwRechnungswesen  
S Sport  
SGSozialpraktische Grundbildung  
SkSozialkunde  
SpSpanisch  
TmWTextilarbeit mit Werken  
WRWirtschafts- und Rechtslehre  

 


  Inhalt                  Jahrgangsstufen:    5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  10  |  11  |  GK12  |  GK13  |  LK12  |  LK13