Die geplante Westumgehung Würzburg:
der größte Umwelthammer im Raum Wü seit langem

Bürgerinitiative und Kommunen gegen die Westumgehung

Sehen Sie der Wahrheit ins Auge - aktuelle Baustellen der A71

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"Wenn der Bürgermeister in einem vorauseilenden Gehorsam gegenüber der Autobahnindustrie sagt, den Stettenern sei nicht zuzumuten, 5 Minuten von da drüben beschallt zu werden, dann ist das eine Scheinheiligkeit, die ihresgleichen sucht. Es ist scheinheilig zu sagen (Applaus), ich kümmere mich um die Gesundheit der Stettener dadurch, daß sie nicht hören dürfen, was ich ihnen dann auf Lebenszeit, auf ewig antue, nämlich Autobahnverkehr, Durchgangsverkehr, das Rauschen." 
(Sebastian Schönauer über das Genehmigungsverfahren unseres Beschallungsexperimentes mit Autobahnlärm von der PA-Anlage - auf der Kundgebung gegen die Würzburger Autobahnwestumgehung am So, 21. Juli 02, Stetten bei Karlstadt.)
 

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"B26n" zwischen AD Kist und AD Werneck 4spurig + 2 Standstreifen, 45 km; Kosten 800 Millionen, Flächenbedarf 90,0 ha

Die Behauptung, Wü würde durch eine Westumgehung zwischen A3 und A7 spürbar vom Kfz-Verkehr entlastet, trifft nicht zu:
Die Zählergebnisse von Prof. Kurzak (TU München) ergaben: der fern- und weiträumige Verkehr über Landkreis Wü hinaus macht nur 2 % des Verkehrs in Wü aus. Maximal 0,5 % des Verkehrsaufkommens im Stadtgebiet Wü entfallen auf überregionalen Verkehr am Mittleren Ring zwischen A3 und A7.

Alternativen: 6spuriger Ausbau der A3 und der A7 im Bereich Biebelried; Verlagerung auf die Schiene; Bevorzugung regionaler Produkte.

Von Brücken- und Tunnelbau bedrohter Hang bei Stetten

Neue Autobahnen ziehen immer noch mehr Verkehr an, und der Raum Würzburg gehört bereits heute zu den verkehrlich hochbelasteten Räumen. Auf Veitshöchheim käme eine Verkehrslast von 10 000 Fahrzeugen/24h zu.
Soll der aktuellen Entwicklung der "rollenden Lagerhaltung" in LKWs mit enormen Schadstoffausstoß noch mehr Tür und Tor geöffnet werden? Eine Westumgehung würde die Klimaschutzbemühungen der Bundesregierung schwerwiegend nachhaltig unterlaufen.

Der regional mit Nachdruck angemeldete "Bedarf" wurde bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes '92 sowohl vom Freistaat Bayern als auch vom Bundesverkehrsministerium und vom Bundestag klar bestritten.

Gegen eine Westumgehung sprechen auch zahlreiche Ziele des Landesentwicklungsplans: Die Bandinfrastruktur ist zur Schonung von Natur und Landschaft zu bündeln, weitere Zerschneidungen zu vermeiden, vorrangig bestehende Infrastruktur auszubauen statt neue Belastungsschneisen zu legen. Verkehr ist so weit wie möglich auf die Schiene zu verlagern und Erfordernisse des Naturschutzes und der Landschaftspflege sollen berücksichtigt, der Flächenverbrauch durch den Verkehrsausbau soll möglichst gering gehalten werden.

Die mögliche Trassenführung und die Anschlüsse ans vorhandene Straßennetz würden in der Region massive neue Belastung von Siedlungen und Naturräumen hervorrufen, die in keinem vertretbaren Verhältnis zu der alternativen Verbesserung des umweltverträglicheren Schienenausbaus und kombinierter Güterverkehrssysteme stünden.

Von Lärm und Abgasen werden betroffen:
Neubrunn, Helmstadt, Waldbrunn, Eisingen, Üttingen, Greusenheim, Hettstadt, Erlabrunn, Margetshöcheim, Veitshöcheim, Leinach, Thüngersheim, Güntersleben, Zellingen, Retzbach, Thüngen, Gramschatz, Binsfeld, Halsheim, Müdesheim, Reuchelheim, Marbach, Heugrumbach, Arnstein und der Gramschatzer Wald als größtes, intaktes Waldgebiet im Landkreis.

Die Flächenvernichtung von 90 Hektar entspricht 1500 Bauplatz-Grundstücken.
Die Auswirkungen des Straßenverkehrs auf Mensch, Natur und Umwelt sind enorm, die langfristigen
Folgen auf die Überlebensfähigkeit vieler Tier- und Pflanzenarten sind bisher schwer abzusehen,
doch muß die fortschreitende Verinselung unserer Landschaft, in erster Linie durch Straßenbau, als
Hauptursache für das Verschwinden vieler Arten genannt werden. Populationsgenetische Zählungen belegen,
daß künstliche Barrieren wie Straßen eine der Hauptursachen der Artenverarmung sind. Deutschland hat
weltweit bereits das dichteste Straßennetz.
Die Beeinträchtigung von Biotopen muß zusätzlich zusammen mit anderen Streßfaktoren wie Klimaerwärmung,
Luftschadstoffen und Waldsterben gesehen werden.

Nach wie vor stehen kurzfristige wirtschaftliche Argumente im Vordergrund, die von einer Fortschreibung
der bisherigen, einseitig den Straßenverkehr bevorzugenden Verkehrspolitik ausgehen, die aber langfristig
keinen Bestand haben kann aufgrund z.B. des hohen fossilen Energiebedarfs.
Der Bau würde riesige Finanzmittel erfordern, die einer anderweitigen, sinnvollen Förderung der
regionalen Wirtschaft und des öffentlichen Verkehrs nicht mehr zur Verfügung stehen. Das billige
Angebot weiterer Straßenkapazität würde zur Konkurrenz zuungunsten der unterfränkischen Wirtschaft
durch die östlichen Billiglohnländer beitragen.


Aktuelle Infos:
Bürgerinitiative und Komunen gegen die Westspange
Koordination Wolfgang Rupp
An der Hecke 16
97225 Zellingen
Tel.: 09364-9518 / Fax: 09364-810443
 

Email: BI@MSP-Autobahn.de
Stellungnahme des Bund Naturschutz
A71 Schweinfurt - Erfurt
360 (!!!) Fernstraßenprojekte in Bayern geplant
Wichtige Hintergründe
(Quellen u.a.: Stellungnahme der BN-KG Wü zum Verfahren der Regionalplan-Fortschreibung, 26.3.96;
    Stellungnahme des Akan e.V.)